Archiv für August 2008

fffeiff Fpange

Fo ift er denn?

Nifft da? Ho ein Mifft. Fann kommt er fieder? Abend erft? Ach, Kack. 

Nein, daf ift fuuu fpät. Morgen, kann iff da einen Termin kriegen?

Diefe Fpange ift schrecklich. Die muff verändert ferden. Fie hören ef ja felbft… Fprefen kann man nift, aber daf Fluchen geht noch. Mifft!

Du kleines Stinktier!

schreit Mama. Dauernd schreit sie mich so voll. „Könntest du dir nicht wenigstens ein bißchen mehr ein kluger Biber sein, oder wenigstens ein fleißiger Waschbär,“ sagt sie oft. Ich wäre lieber eine Möwe. Die fliegen mutig in den Sturm hinaus. Ich dagegen, ich muß hier im Abfall wühlen. Meine Familie macht das schon immer so. Wir finden da genug zu essen, und Spielsachen und Dinge, die man verkaufen kann.

„Es ist nicht vorbestimmt, was aus dir wird,“ hatte die kluge alte Eule gesagt. „Sieh mich an, ich stamme aus einer Familie, die überwiegend aus Mäusen besteht.“ Sie klapperte zufrieden mit ihren Augen. Jeder wußte, daß Mäuse ihre bevorzugte Leibspeise waren. Ich konnte mir nun auch denken, warum. Es ist wahr, jeder hier im Zauberwald weiß das. Man ist nicht vorbestimmt, sondern man wird das, was man wird. Das Zebra ist das Kind der Elefantin, und die war eine stolze Mutter. Der Baumspecht stammt aus einer Familie mit Fledermäusen. Er kletterte lieber als seine Geschwister, und eines Tages besaß er auch einen Schnabel zum Klopfen. Aber er aß Insekten, ganz genau so wie seine Eltern.

Warum nur klappt es bei mir nicht? Ich hätte so gern Flügel! Und diese schöne weiße Farbe, die Möwen sind zu beneiden. Ein paar von meinen schwarzen Streifen könnte ich behalten. Aber fliegen möchte ich!

„Du dreckiger kleiner Bastard, was trödelst du wieder hier herum! Komm endlich, wir wollen anfangen! Hier, durchsuche diesen Haufen mit dem herrlichen Zeug!“ Mama schiebt mich an den Dreckhaufen heran. Es riecht nicht gut. Ich will nicht, aber ich muß. Mama bestimmt einfach. Ich grabe, und dabei fühle ich,  wie meine Krallen kräftiger werden. Bei jedem Griff in den Müll merke ich das. 

Ich bin ein Stinktier. Ich weiß nicht, weshalb.

Eine leere Flasche

„Ach, das ist nur eine leere Flasche“, sagte ein Vorübergehender.

„Faß das nicht an, das ist dreckig“, sagte die Mutter zu ihrem Kind.

„Nix mehr drin“, sagte ein Schüler enttäuscht.

„Was die Leute so wegschmeißen, also“, sagte eine ältere Dame.

 

„Komm mit, meene Süße, dir kann ick jutt jebrauchen, dir un´ deine kleenen Schwestan“, sagte ein zerlotterter Mann mit vielen Taschen am Fahrrad. „Du bringst mir jutten Flaschenpfand.“ Und packte die Flasche vorsichtig zu den anderen.

Die Bärin und die Füchsin

Es war einmal eine Bärin, die lebte im kanadischen Wald. Sie hatte zwei Bärenkinder. Und es war eine Füchsin, die hatte viele Kinder. Sie lebte mit ihren Kindern in einem großen Fuchsbau direkt an einem Fluß. 

Als nun die Lachse zu ziehen begannen und im Fluß gegen den Strom schwammen, sagte die Füchsin oft zu ihren Kindern: „Ach, wenn ich doch nur die wundervollen Lachse fangen könnte, die würden uns allen so wohlschmecken!“

Aber sie wußte nicht, wie man Lachse fängt, und sie fürchtete sich auch vor dem kalten Wasser des Flusses.

Die Bärin, die im Wald lebte, wußte recht gut, daß die Zeit für die Lachse wiedergekommen war. Sie machte sich mit ihren Bärenkindern auf den Weg. Ihre Kinder spielten und tollten den gesamten Weg umher, doch schließlich gelangten sie an den Fluß. Dort jedoch lagerte die Fuchssippe, und die Füchsin bellte drohend gegen die Bärin, denn das Flußufer gehörte ihr, wie sie meinte.

Die Bärin war aber nicht unfreundlich und bat die Füchsin: „Wenn du uns doch erlauben könntest, hier zu lagern und zu fischen, so sollst du einen Teil des Fanges haben!“ Die Füchsin willigte ein.

So kam es, daß die Bärin in den Fluß stieg und an einer flachen Stelle mit ihren Tatzen die Fische aus dem Wasser fing. Sie warf ihren Fang ans Ufer, und die Bärenkinder und die Fuchskinder aßen gemeinschaftlich von den Lachsen und wurden rund und fröhlich und ließen es sich gut gehen. Wohl waren die Bärenkinder beim Spiel manchmal ein wenig tapsig und behäbig, und es waren die Fuchskinder manchmal etwas mutwillig und flink – doch sie vertrugen sich gut und lebten fröhlich in den Tag hinein.

„Was willst du im Winter tun?“ fragte die Bärin die Füchsin. „Oh, ich will alle Tage frischen Fisch essen und mir die Sonne auf den Balg scheinen lassen. Und ich will ungestört in meinem schönen Fuchsbau schlafen“, so sagte die Füchsin lächelnd. Die Bärin aber wußte, daß der Winter kommen würde.

Eines Tages zogen weniger Lachse den Fluß hinauf. Die Bärin sah es, und die Füchslein schalten sie: „Warum fängst du weniger Fische heute, wo wir doch Hunger haben wie jeden Tag?“ Und sie zankten mit der Bärin. Die Bärin sprach zu der Füchsin: „Ich danke dir sehr, daß du uns hast hier wohnen lassen, doch nun ist die Zeit gekommen, da wir wieder ziehen müssen und uns eine Winterhöhle suchen!“

Die Füchsin dachte sich, was spricht diese wieder vom Winter, wo die Sonne doch so herrlich scheint. Und sie schalt die Bärin wegen ihrer Worte.

Doch es wurden nun immer weniger Fische, die die Bärin fangen konnte, und eines Tages war es nur noch ein Fisch, ein wunderschöner und großer Lachs.

Da war die Füchsin sehr zornig und schrie laut: „Ich muß meine Kinder fortjagen, wenn ich nichts mehr zu essen für sie habe!“, und so geschah es. Die Füchsin jagte die Füchslein fort und wollte auch die Bärenkinder fortjagen. Diese aber trollten sich schon mit ihrer Mutter, der alten Bärin. 

Die Bärin zog wie jeden Winter zurück in den Wald. Die Lachse würden wiederkehren.

Im nächsten Jahr würde sie wieder fischen gehen. Vielleicht an einer anderen Stelle des Flusses.

Das Märchen vom klugen Hühnchen

Es war einmal eine arme Frau, die hatte viele Kinder. Sie arbeitete schwer von früh bis spät, um ihre Kinder und sich selbst zu ernähren, zu kleiden, zu lehren…

Es war ein entbehrungsreiches Leben, und glücklich war die arme Frau nicht. Eines Tages, als sie an ihrem Brunnen grub, denn der war versiegt, flatterte ein buntes Hühnchen in ihren Hof. Dieses Hühnchen sah der Frau eine Weile beim Arbeiten zu. Dann flatterte es an den Brunnenrand und sprach zu der Frau: „Wenn du mir glauben willst, so werde ich dir zeigen, wo du den Brunnen besser graben sollst. Denn diese Wasserader hier ist verdorrt, und du wirst viele Tage graben und doch kein Wasser finden. Wenn du aber graben willst, wo ich es dir zeige, so wirst du frisches Wasser finden für deine Kinder und dich selbst – und auch für mich.“

Die arme Frau, die schon sehr lange gegraben hatte und matt geworden war, glaubte dem Huhn. Und so grub sie an einer anderen Stelle, und es gab frisches Wasser für alle. Das war ein Freudentag, und das Huhn sprach: „Wenn du mir glauben willst, so werde ich dir noch oft helfen können. Ich bitte für mich nur um ein sicheres Plätzchen, um einige Körnchen und um die Erlaubnis, auf dem ganzen Hofe scharren zu dürfen, und niemand soll mich verjagen oder mir Leid antun.“

Die Frau und auch ihre Kinder willigten ein. So kam es, daß durch des klugen Huhnes gute Ratschläge die Wirtschaft gedieh, und die Kinder der Frau wurden fröhlich. Die Vorratskammern waren immer gefüllt, und der harte Blick der Frau wurde weich, und ihr Haar wuchs lang und wundervoll und prächtig.

Und so kam es, daß die Kunde sich herumsprach unter den Menschen, wie gut es der Frau und ihren Kindern ginge, und wie fröhlich sie miteinander lebten. Eines Tages hörte dies ein Witwer, der einen wohlbestellten Hof sein eigen nannte, Knechte und Mägde für sich arbeiten ließ und die Scheuern voll hatte und den Stall voller Vieh. Der sagte sich, „diese Frau muß ich mir ansehen gehen!“

Und so geschah es. Er reiste zu dem Hof der Frau und fand alles so wohlbestellt, wie die Leute ihm erzählt hatten. Es gefielen ihm die gutgewachsenen und wohlgeratenen Kinder, und er hatte selber keine. Und die Frau mit ihrem weichen Blick und ihrem wundervollen Haar gefiel ihm noch viel besser, und so freite er um sie.

Die Frau war beglückt. Sie ließ den Bewerber in ihren Hof und legte ihm vor, wonach ihm das Herz begehrte. Das Hühnchen aber sprach heimlich zu der Frau: „Paß auf, daß auch er in die Abmachung einwilligt, sonst bin ich meines Lebens nicht sicher.“ Die Frau aber bekam dunkle Augen und scheuchte das Huhn beiseite. Denn sie dachte, „wenn ich einen guten Mann für mich und meine Kinder bekommen kann, der mehr zu bieten hat als mein eigener Hof hergibt, was soll ich weiter ein kleines zerzaustes Hühnchen schonen, wo ich doch den ganzen Hof voll der stolzesten Hähne haben kann!“

Und so kam es, daß das kluge Hühnchen um sein Leben fürchtete. Und es dachte sich, „lieber ziehe ich wieder fort als in den Topf zu kommen, in dem die Suppe köchelt.“ Und so mußte es wieder auf Wanderschaft gehen.

Die Frau aber heiratete und führte eine reiche, große Wirtschaft mit vielen Knechten und Mägden, und sie lebte mit ihren Kindern und ihrem Mann in Freude und Zufriedenheit. Doch die Zeit ging ins Land, und ihre Kinder wurden groß und zogen fort. Und sie lebte weiter mit ihrem Mann in Glück und Zweisamkeit. Nur ihr Haar wurde stumpf und struppig.

Da sprach eines Tages der Mann: „Frau, was hast du für ein struppiges Haar bekommen! Ein Weib mit so struppigem Haar will ich nicht länger haben!“, und er verstieß sie.

Und so mußte sie fortziehen. Zu ihren Kindern konnte sie nicht gehen, denn die hatten nur das Nötigste zum Leben. Ihr Mann hatte ihren stolzen kleinen Hof behalten, und so wanderte sie fort, und hatte nicht  einmal ein kleines kluges Hühnchen als Freund. Denn die Freundschaft hatte sie nicht geschätzt, als ihr Glück am größen war. Und so hatte sie keinen Freund, als ihre Not am stärksten wurde.

Das horntragende Muttertier

Wie Sie es auf diesem Bilde sehen können, meine lieben Damen und Herren, dies ist das horntragende Muttertier.
Sanftmütig von natur, ist es eines jener in früher Phase schönen Tiere, die dann durch Beanspruchung und Lebenserfahrung vom grazilen Jungtier zum stämmigen ausgewachsenen Exemplar werden.
Seine Kraft zieht es aus einer erstaunlich kargen Nahrung, die es jedoch sehr gut umsetzt in Reservedepots am ganzen Körper, welche es für schwere Zeiten und außergewöhnliche Belastungen dringend benötigt.

Dieses horntragende Muttertier, meine lieben Zuschauerinnen und Zuschauer, ist ein beispiellos sanftes Tier zu seinen Gefährten und insbesondere zu seinem Nachwuchs.
Die männlichen Tiere stoßen es gelegentlich herum, offensichtlich zum reinen Zeitvertreib oder aus Übermut.
Dennoch wehrt sich das horntragende Muttertier nur in sehr geringem Maße gegen diese Zudringlichkeiten. Desgleichen ist es sanft und nachsichtig zum eigenen Nachwuchs, der ja bekanntermaßen empfindlich ist und also einen freundlichen und vorsichtigen Umgang benötigt.

Nur selten ist das horntragende Muttertier aufbrausend, wenn der Nachwuchs es mit dem Übermut gar zu sehr übertreibt.
Dagegen ist das horntragende Muttertier für Fremde sehr gefährlich. Wer sich der Herde in uneindeutiger Absicht, oder gar in unzweifelhafter Absicht, nähert, sieht sich dem zornigen horntragenden Muttertier gegenüber. Eine gewisse Brutalität ist dabei immer häufiger zu beobachten, je älter dieses Horntragende wird.
Verletzungen oder gar Todesfälle sind bei unvorsichtigen Annäherungen immer wieder vorgekommen, so daß wir heute, meine sehr verehrten Zuschauerinnen und Zuschauer, das horntragende Muttertier nur aus der Ferne und mit entsprechender technischer Unterstützung beobachten können.

Es ist immer wieder wunderbar, die Wunder der Natur zu beobachten und zu sehen, wie ein so sanftes und duldsames Tier sich in wildem Angriff gegen jeden Eindringling stürzt.

Dies war für heute jedenfalls
Ihr Professor Ziemlick mit der Sendung
„Wunder der Natur“ im siebenten Programm.
Seien Sie wieder dabei, wenn es nächste Woche heißt „Wunder der Natur“! Und nun sehen Sie noch einige Impressionen von Angriffen des horntragenden Muttertiers gegen einige unserer technischen Hilfsmittel.

Es verabschiedet sich für heute von Ihnen Ihr Professor Ziemlick…

Der Patient

Ich erkannte ihn sofort wieder.
Es war ein kleiner Mann, wie es so viele hier in Asien gibt. Schmächtig, aber unheimlich zäh. Gesund waren die alle nicht so ganz, schwere Arbeit ist selten gesund für den Organismus. Aber so überlebten sie hier, und bei dieser Überbevölkerung in der Region…
Er kam und zog seine Beinkleider aus.

„Doktor, sehen Sie doch, er schrumpft! Es ist ein Fluch, Sie müssen den Fluch von mir nehmen. Welche Medizin geben Sie mir?“ schmetterte er mir entgegen. Dann blickte er mich ängstlich an. Sein Penis war, wie bei vielen dieser kleingewachsenen Männer, normalgroß. Er wirkte durch den Kontrast zur Körpergröße überdimensioniert. 

Es erinnerte mich an diese japanischen Holzschnitte, auf denen frivole Samurai riesige Penisse hatten und die Dorfschönen damit ängstigten.

 „Sie haben keinerlei Anzeichen von Krankheit, guter Mann. Bitte ziehen Sie sich wieder an, bedecken Sie sich – die Krankenschwester kann jeden Moment hereinkommen.“
Er blickte mich gequält an und murmelte halblaut: „Koro, es ist ein Fluch, es ist Koro.“
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren zog er seine weiten Hosen hoch und band sie auf diese Art fest, wie man hier seine Hosen trug. Er sah mich nicht mehr an und ging aus dem Behandlungszimmer. Er ging direkt durch die Tür, durch den Flur, und war draußen. Ohne zu bezahlen, wie es für eine Untersuchung üblich gewesen wäre. Nur verstand ich da noch nicht, daß dies ein wirklich schlechtes Zeichen war.

Ich erkannte ihn sofort wieder. Sie hatten ihn aus dem Fluß gezogen. Ob er ertrunken war oder verblutet, mußte erst noch festgestellt werden, falls es überhaupt von Interesse war.

Wo sein Glied sich hätte befinden sollen, waren nur Wundränder zu sehen, noch relativ frisch. Koro, die Angst vor dem Verschwinden des männlichsten aller Teile im eigenen Körper. Schrumpfpenis.


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