Ich muß allein sein

Schmelz hat mich besucht. Schmelz wollte, daß ich zurückkehre zur Kolonie. Doch ich will nicht. „Es war doch immer gut dort, dir hat es doch gefallen“, meinte Schmelz enttäuscht.

Es ist wahr. Es war gut dort für mich. Und jetzt? Ich passe nicht mehr dorthin. Ich fühle es. Dabei würden mich die Seeschwalben sicher wieder freundlich aufnehmen. Und versuchen, für mich eine passende Unterkunft zu finden, denn ich bin zu groß für ihre Nester.

Schmelz hat noch eine Weile gebettelt, aber ich konnte mich nicht überwinden. Da wurde Schmelz wütend und schrie mich an: „Du bist ein Klotz mit einem steinernen Herzen, weißt du das nicht? Ich bin nicht nur dein Freund, ich will eine Familie gründen, und zwar mit dir! Das ist aber eine ganz sinnlose Idee, denn du kennst wohl kein lebendes Wesen außer dir selbst. Hast du dich je gefragt, was ICH fühle? Hast du überhaupt Gefühle?“ 

Schrie es, und flog fort. Ich saß ganz verwirrt auf meinem zerzausten Ast, meinem Lieblingsplatz. Ich wußte gar nicht, daß Schmelz ein Mädchen ist…

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