Die Wahrung Ihrer Rechte 3

Sehr geehrte Frau XX,

wir sehen uns genötigt, Ihnen dieses zur Kenntnis zu geben:

Ihr Ehemann, Eheschließung gültig mit dem 12.25.78, ist nach unserer gesicherten Kenntnis Träger der Genvariante STG-3Vr.

Dabei handelt es sich um einen patentierten Genabschnitt, dessen Lizenzgeber  wir sind.  Auf mehrfache Aufforderung zur Einreichung von dringend nötigen Unterlagen sowie der Einzahlung der Lizenzgebühr hat Ihr Mann nur insofern reagiert, daß wir eine Anfrage über die Möglichkeit zur Entfernung des patentierten Genabschnittes von ihm erhielten.

Selbstverständlich ist der Schriftverkehr zwischen Ihrem Ehemann und unserer Firma unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten nicht zur Veröffentlichung freigegeben, so daß wir Sie nicht näher über die betreffenden Fakten informieren dürfen.

Nehmen Sie aber bitte zur Kenntnis, daß die Zahlungsfrist für die Lizenznahme für Ihren Ehemann noch

3 Tage

beträgt. Sollte nicht fristgerecht die Einzahlung erfolgen, wird mit Ihrem Ehemann gemäß GG Artikel 155 Zusatz zum GG vom 09.23.57 zu verfahren sein.

Angelegentlich ersehen wir bei der Überprüfung Ihres Datenblattes, daß Sie der Geburt Ihres ersten Kindes entgegensehen. Wir setzen Sie in Kenntnis, daß Sie verpflichtet sind, dieses zur Voruntersuchung am 3. Lebenstag, jedoch nicht später als nach 7 Lebenstagen Ihres Kindes, vorzuweisen.

Ihre eigene turnusmäßige Reihenuntersuchung hat keinerlei Besonderheiten ergeben.

Für Ihre Zeit mit ihrem Nachwuchs wünschen wir Ihnen viel Glück und gutes Gelingen.

Mit freundlichen Grüßen

Firmenkonsortium

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2 Responses to “Die Wahrung Ihrer Rechte 3”


  1. 1 Mikkai 6. Dezember 2010 um 12:10 AM

    Keine weitentwickelte Zukunft lässt den Menschen das Gefühl, ihnen würde etwas entfernt werden, wenn etwas entfernt wird. Das ist altertümlich. Viel eher wird der Verlust eines (hier Genabschnitts) persönlichen Merkmals oder Eigenschaft als Gewinn formuliert / umgedeutet. Von daher wäre obiger Text eher auf das Jahr 2005 zutreffend. Auch ich mache öfters den Fehler Visionen mit aktuell üblichen Formulierungen darzustellen. Dennoch gefällt mir das Ganze ausserordentlich, da es erschreckend wirkt.

    Mikkai

  2. 2 yerainbow 6. Dezember 2010 um 8:49 AM

    Es handelt sich hier um eine literarische Abhandlung eines bestimmten aktuellen Themas.
    Daraus etwas über die realen zukünftigen Entwicklungen ableiten zu wollen ist nicht möglich.
    Selbst wenn in der Zukundt sich ähnliche Szenarien abspielen sollten, so hat es mit diesem Text nichts weiter zu tun.
    natürlich können sich Dinge ganz zufällig oder gesetzmäßig so entwickeln wie in literarischen Werken erfunden. Dies läuft normalerweise ohne Zutun eines Schriftstellers ab…

    Jules Verne hat die U-Boote zwar literarisch vorweggenommen, aber er hat sie nicht entwickelt. Und der Bau von U-Booten ist sicherlich nicht auf ihn zurückzuführen…

    Alles klar? 😉


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