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Das ist der Preis

Jeder hat seinen Preis, so behaupten es viele. Mag stimmen, und mein Preis ist der Schmerz. Da hinten sehe ich sie wieder. Sie hocken beisammen und jammern und weinen.
Ich weiß, daß die nächste SAISON schon bald kommen wird. Ich fühle es in den Beinen…
Ich versuchte schon oft, ihnen zu zeigen, daß man Wissen haben muß und Können. Wer es nicht hat, kommt nicht durch die SAISON. Ich lernte dies von einem alten Hasen, der friedlich in einem hohen Alter entschlief, zwischen den SAISONS.
Er zeigte mir, wie man durchkommt. Er zeigte mir, welche gefährlichen Ecken man meiden muß. Und er zeigte mir, wie man kritische Punkte erkennt.
Ohne Wissen keine Chance, war sein Leitmotiv.
Ich war ein guter Schüler. Sein bester, vermutlich.
Ich jammere nicht mit den anderen, und sie verachten mich dafür. Ich schließe mich aus. Ich bin hochmütig. Ich bin sicher krank.
Da hocken sie schon wieder beieinander und beklagen ihr Schicksal und das der armen Opfer.
Ich fühle die nächste SAISON herannahen. Ich fühle es in meinen Beinen. Es ist ein schwaches Summen, das sich bald verstärken wird. Ich sehe die Zeichen und möchte sie warnen, doch sie wünschen zu klagen. Sie wollen mich nicht.
Sie hören nicht zu. Sie sagen, daß das schon immer so war. Und daß es so richtig ist. Sie werden nicht durch die SAISON kommen.
Ich weiß es.
Mein Preis ist der Schmerz.
Ich höre die Hunde schon bellen.
Ich spitze die Löffel und bleibe wach.
Ich bin ein Hase. Ich komme auch über diese SAISON, ich kann es.
Diese hier werde ich nicht wiedersehen. Es schmerzt.
Das ist der Preis.

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Ein alter Birnenbaum

Ein alter Birnenbaum

der sollte gehn.

Die Krone hackte man ihm weg –

den Rest ließ man noch stehn.

Von seinen langen Schmerz

wollt´ keiner etwas sehn.

Der Baum war einfach nur im Weg.

Er sollte gehn.

Er zagte einen Winter lang.

Er weint´ sich in den Schlaf.

Die Frühlingssonne weckte ihn.

Er wußt´ nicht, ob er darf…

Ein letzter kleiner Ast an seinem Stamm.

Ein Lachen brach aus ihm heraus…

Er fragte nicht mehr, was noch kommen kann.

Er brachte eine Handvoll Blüten aus.

Die Hummeln waren wieder da.

Der Frühlingsregen kam.

Die Leute schüttelten den Kopf, woher

er wohl den Mut sich nahm…

Ein alter Birnenbaum, der wohl

erschöpft. Doch ungebrochen blüht.

Er zeigt uns, wie man das noch schafft,

bevor man wirklich geht.

schenk mir keine blumen

schenk mir keine blumen, hatte sie gesagt.
schenk mir dein Lächeln.
schenk mir den tag.
schenk mir nur eins –
kauf mir keine blumen.
schenk mir dein Herz.
…Ich schenk dir meins.



This life, black

just like a coffee

– not filtered –

bitter

until

the

dram

one´s last

the grounds

after all brimfull with rays of sunshine.

Das Weib des Moses

Also… wenn du die nicht willst, nehm ich die eben. Wenigstens eine, die schon weiß, was Spaß macht, ist übrig geblieben… sonst sind das hier doch nur alles Kinder.

Ja, Milch und Honig – wer will das schon. Aber das frische Bier, das grad fertig war… die ganzen Leichen müssen noch ins Loch gegraben werden. Das ist echte Arbeit.

Die da, die wird dir sicher viel Spaß machen. Und wenn sie erst Kinder hat… Ach was, Kinder kriegen die Weiber doch einfach so. Werden dir dann sogar ähnlich sehen, der Teufel weiß warum. Ist einfach so. Die wird dir nicht wegrennen, wohin soll die auch? Ist doch grad mal erst ins passende Alter gekommen. Wenn du nicht allzu grob mit ihr bist, bleibt die doch gern bei dir, Moses…

Dieses unser neues eigenes Land ist das Paradies, und Gott selbst gab es uns.

la vie, noire

comme un café

– non filtrée –

amère

ausqu´ à la

derniere gorgée

– le marc –

mais si bondée de rayons de soleil

Das Leben, schwarz

wie ein Kaffee

– ungefiltert –

bitter

bis

zum

letzten Schluck

dem Satz

und doch voller Sonnenstrahlen.


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