Posts Tagged 'Mord'

unfassbar!

„Na, komm schon, Kleine… du magst es doch auch… ich paß schon auf… wirst sehen, es tut dir gut, also zum Schluß. Halte doch mal still. Laß mich machen.“
Er lächelt über ihre naiven Bitten. Sie will nicht geschlagen werden? Er kennt das Spiel nur zu genau. Zum Schluß spielen sie alle mit. Und ein paar blaue Flecken haben doch noch nie geschadet. Ein wenig Gejammer gehört zum Spiel auch dazu, aber nun übertreibt sie damit. Er wird andere Seiten aufziehen.
„Ich bin Polizist. Du glaubst doch nicht wirklich, daß dir irgendwer helfen kann? Keiner schenkt dir Glauben, du stehst ganz allein da. Was glaubst du, wer du bist, mir meinen Spaß zu verderben? Und wie sie dich dann alle ansehen werden, weil du ein Flittchen bist…“

„Sowas habe ich bisher noch nicht gesehen. Unfaßbar! Ein Wahnsinniger muß das gewesen sein!“ sagte ein Beamter zum anderen. „Und das soll ein Kollege von uns gewesen sein? Der sieht aus wie durch den Fleischwolf gedreht. Ich kann da nicht mal menschliche Formen erkennen. Woher weiß man, was oder wer das war?“ Der Beamte reichte ihm einen Dienstausweis, an dem noch immer Blut klebte.
„Ich kannte ihn, er war neu. Kam von der Sitte. Wollte heute seinen freien Tag genießen.“

Advertisements

Die Menge macht‘s

Gastbeitrag von Big Ben.
Teil 2.

(Hier Teil 1)

Was willst Du damit sagen, ich hätte das alles falsch verstanden? Du behauptest doch immer ‚Wer heilt hat Recht‘. Dann soll auch ‚Wer killt hat Recht‘ gelten. Naja, egal. Der Kerl ist weg. Das ist das wichtigste! Lass uns von was anderem reden.“

Hatte ich Dir eigentlich schon erzählt, dass die mich letzte Woche bei den Anonymen Alkoholikern rausgeschmissen haben. Ich hätte eine Fahne gehabt. So eine Frechheit! Ich habe den Fusel seit Monaten nicht mehr angerührt. Nicht mal eine Schnapspraline oder was ähnliches habe ich gegessen. Ich weiß gar nicht, was das Ganze soll. Naja, ich komme auch ohne die Pappnasen da zurecht. Wieso bist Du heute eigentlich so unruhig?“

Sorry, ich würde ja gerne länger mit Dir schwatzen, aber ich muss gleich los. Ich muss heute unbedingt noch in Torbens Schule. Sein Klassenlehrer ist besorgt, da Torben immer noch nicht seinen Namen tanzen kann. Kratzschkowski ist aber auch verdammt schwer. Torben stolpert immer beim zweiten K. Selbst im Tod hat man nur Ärger mit diesem Scheißkerl von Ehemann.“

Und wenn Du wieder Deinen Mädchennamen annimmst?“

Das würde nicht viel helfen. Schnigge-Dollbudder ist nicht viel besser. Ich bin als Kind immer beim Bindestrich ausgerutscht. Torben muss einfach mehr üben. “

Mach Dir mal keine Sorgen. Der bekommt das schon noch hin. Ich muss jetzt übrigens auch los. Ich muss noch in die Apotheke. Meine Rescue-Tropfen sind schon wieder alle. Du weißt, ich war doch immer so aufgeregt vor den Treffen der Anonymen Alkoholiker. Aber die Tropfen haben auch nicht richtig geholfen. Egal wie viel man davon nimmt.“

Tut mir leid, aber Bachblüten-Präparate verkaufen wir nicht der Liter-Flasche. Sie wissen schon, dass im Allgemeinen wenige Tropfen reichen? Außerdem wären größere Mengen schon wegen des Alkohols, der darin ist, nicht zu empfehlen.“

Autopsie

Gastartikel von Big Ben.

Heute sollte es endlich so weit sein. Man sah ihr nichts an. Noch nicht. Aber innerlich grinste sie äußerst zufrieden.
„Schahaaatz, kommst du bitte. Das Essen ist fertig.“
Wie lange würde es wohl dauern? Woran würde sie merken, dass es funktionierte?
„Und, schmeckt es dir? Das ist ein ganz neues Rezept. Hat mir eine meiner Freundinnen aus dem Verein empfohlen?“
„Verein? Noch nicht etwa dieser Esotantenkaffeeklatsch? Dafür schmeckt es erstaunlich gut.“
„Und das Beste kommt erst noch. Bald bin ich dich los. Ich habe so die Nase voll von dir! Dein ewiges Gemecker! Wissenschaft hier, Beweise da. Du nervst! Wenn es funktioniert, ist es doch egal wie. Wärst du doch nur einmal mit in den Verein gekommen. Da hättest du dich selbst überzeugen können, dass ich Recht habe. Aber nein. Der Herr ist ja was Besseres. Ha! Nicht mehr lange.“
Verwirrt blickte er sie an. „Ich verstehe kein Wort. Wovon redest du?“
„Dein Essen enthielt zwei Kügelchen Zyancali D30. Hilde meinte zwar, eins würde reichen, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen. Zyankali! D30! Bald wirst du röchelnd vor mir liegen und mich um Verzeihung betteln.“
Er grinste. „Ach deswegen war der Gulasch heute so süß. Naja, Zucker schadet nicht.“
„Hä? Wie bitte? Wo willst du jetzt hin? Merkst du nicht, dass du stirbst?“
„So schlecht kochst nicht mal du. Ich gehe jetzt in die Kneipe. Und wenn ich wiederkomme, bist du nicht mehr hier. Du und dein Esoscheiß gehen mir gehörig auf den Senkel. Wenn ich dich noch einmal zu sehen bekomme, verpasse ich dir etwas Blei in der Urtinktur. Pulverbeschleunigt.“
Kurz vor der Haustür brach er zusammen. Er war sofort tot.
Na also, dachte sie. Es hat zwar etwas länger gedauert, aber Homöopathie wirkt. Zuverlässig.

„Das sieht ja grauenhaft aus! Ein Wunder, das der Kerl überhaupt so alt geworden ist. Leberzirrhose. Herzverfettung. Arteriosklerose. Es sieht aus, als ob die einen Wettlauf gemacht hätten, wer ihn zuerst erledigt. Ich glaube, der Herzinfarkt hat wohl gewonnen.“

Hier geht es zu Teil2


Leser

  • 17,462 Rezipienten

Jahrhundertanzeige

Dezember 2017
M D M D F S S
« Jun    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Top-Klicks

  • -

Top-Beiträge